Transcoding vs Encoding
Die Begriffe werden oft synonym verwendet. Strikt gesehen:
- Encoding ist das Komprimieren roher Videodaten in ein Codec-Format (z. B. H.264).
- Transcoding ist das Dekodieren einer bereits kodierten Datei und das erneute Kodieren in einen anderen Codec, Container, Bitrate oder Auflösung.
Das meiste „Encoding" auf Cloud-Video-Plattformen ist technisch Transcoding — Ihre hochgeladene MP4 (bereits von Kamera oder NLE kodiert) wird dekodiert und in mehrere HLS-Varianten neu kodiert.
Warum Plattformen Uploads transcodieren
Quelldateien variieren stark: 4K H.264, 1080p HEVC, 8K ProRes, AV1, VP9, seltsame alte Codecs aus alten Kameras. Die Plattform braucht:
- Mehrere Auflösungs-Varianten für Adaptive Bitrate Streaming
- Einen vorhersagbaren Codec für Player-Kompatibilität (meist H.264)
- HLS-segmentierte Ausgabe statt einzelner MP4-Datei
- Optional Verschlüsselung im Encoding-Schritt
Um all das zu produzieren, dekodiert die Plattform die Quelle (mit FFmpeg, GStreamer oder Hardware-Decoder) und kodiert neu — also transcodiert.
Hardware- vs Software-Transcoding
- Software-Transcoding (FFmpeg + libx264) — flexibel, läuft auf allen Plattformen, langsam auf CPU. Etwa 1× Echtzeit für 1080p H.264 auf moderner CPU.
- Hardware-Transcoding (NVIDIA NVENC, Intel QuickSync, AMD VCN) — schnell, fester Funktionsumfang, GPU nötig. AVCaption nutzt NVENC mit ~10-20× Echtzeit.
Hardware ist drastisch schneller, bei gleicher Qualität aber leicht weniger effizient bei der Kompression. Für eine Video-Hosting-Plattform, die mehrere Varianten zügig liefern muss, ist Hardware der richtige Trade-off.
Wann „nur Encoding" gemeint ist
Wenn Sie rohes, unkomprimiertes Video haben (z. B. von einem Frame-Grabber oder einer Render-Pipeline), ist Encoding der korrekte Begriff. AVCaptions Pipeline arbeitet fast immer mit bereits komprimierten Quelldateien — im strikten Sinne also Transcoding.